Feuchtigkeits- und Temperaturmessungen

Feuchtigkeit kommt überall vor – in Luft ebenso wie in Baumaterialen wie Holz, Putz, Beton und Mauerwerk. Bis zu einem bestimmten Prozentsatz ist Feuchtigkeit unschädlich, bzw. sogar erforderlich. Holz zum Beispiel darf nicht zu sehr austrocknen, sonst reißt es.

Im Neubau kommt besonders viel Feuchtigkeit vor. Dies ist bedingt durch den Feuchte_Temperatur_Schimmel_1-01Wassereintrag beim Einbau von Beton, Mauerwerk und Estrich. Dabei können bis zu 60 Liter Bauwasser bei konventioneller Bauweise eingebracht werden. Dieses Wasser muss über Lüften aus der Konstruktion und dem Gebäude gebracht werden. Deshalb ist besonders bei Neubauten unbedingt auf sorgfältiges Lüften zu achten, damit die Feuchtigkeit auf ein normales Maß reduziert wird.

Zur Messung der Feuchte gibt es unterschiedliche Messverfahren je nach Verwendungszweck. Zerstörungsfrei arbeiten die Verfahren mit Mikrowellen und elektromagnetischen Wellen. Bei der CM-Prüfung (Calciumcarbid-Methode), der Darrmethode und der Widerstandsfeuchtemessung müssen Proben entnommen, bzw. Messsonden in das Bauteil eingebracht werden, was zwangsläufig zu Zerstörungen führt.

Gemessen wird bei Baufeuchte nicht selten Unsinniges. Einzig verlässliche Ergebnisse liefert eine sachgemäße Prüfung nach der Darrmethode. Alle anderen Baufeuchte-Messmethoden liefern nur mehr oder weniger qualitative Aussagen. Quantitative Ergebnisse aus solchen Verfahren sind stets mit Vorsicht zu verwenden.

Wieso ist Feuchteschutz so wichtig?

An Bauteiloberflächen ist die Temperatur in der Regel niedriger als die Raumlufttemperatur. Die Temperaturmessung der Oberfläche erfolgt meistens über Infrarotthermometer. Zur genauen Bestimmung der Temperatur muss sich der Emissionsfaktor des Oberflächenmaterials einstellen lassen.

Entscheidend für den Feuchteschutz ist u.a. auch die Taupunkttemperatur. Die Taupunkttemperatur definiert diejenige Temperatur in Abhängigkeit von Raumlufttemperatur und Luftfeuchte, bei welcher Wasser aus der Luft kondensiert. Beispielsweise liegt der Taupunkt bei einer Raumlufttemperatur von 20°C und 80% Luftfeuchte bei 12,6°C. Bei Unterschreitung dieser Oberflächentemperatur droht akuter Schimmelpilzbefall, da sich auf der Bauteiloberfläche genügend Feuchtigkeit ansammeln kann, um Schimmelpilz in Abhängigkeit vom Untergrund beste Lebensbedingungen zu bieten. Deshalb liegt ein großes Augenmerk der aktuellen Regeln der Technik auf der Vermeidung von Wärmebrücken.

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